REFERENCES

 

 

 

 

 

 

Denn nachdem mit «Modiko Fidali“ ein relativ junges Quartett locker und beschwingt den Frühschoppen eröffnet hatten, absolvierte das „Dinko Stipanicev Quartett“ seinen zweiten Auftritt beim diesjährigen Django-Festival. Am Vortag hatte das Ensemble bereits im Burggraben gespielt und viele Musikfreunde ließen es sich nicht nehmen, die vier Herren aus Zagreb um den Gitarristen Dinko Stipanicev noch ein zweites Mal zu hören.

Das Quartett beginnt zunächst als Trio, bestehend aus Stipanicev an der Sologitarre, Gordan Gordic an der Rhythmusgitarre und Jurica Stelma am Kontrabass, und spielt einige locker beschwingte und heiter jazzige Nummern. Als schließlich Berislav Gavranic mit seiner Klarinette das Ensemble komplettiert, offenbart sich dessen ganze musikalische Klasse. Der Gitarren-Swing lässt jetzt deutlicher Einflüsse aus der Musik des Balkans erkennen, bisweilen fühlt man sich ob der heiteren Klarinettentöne auch an jiddischen Klezmer erinnert.

 

 

Gavranics nuanciertes Klarinettenspiel harmoniert dabei perfekt mit Stipanicev Gitarrenkünsten, die beiden führen immer wieder kurzweilige Dialoge, wobei vor allem Stipanovics außergewöhnliches Talent zum Hörgenuss für Sinti-Jazz-Fans wird. Der junge Gitarrist lässt die Finger mit einer schlafwandlerischen Sicherheit und einer teilweise atemberaubenden Geschwindigkeit über das Griffbrett sausen, ohne dabei das Gespür für verträumte, aber nie ins Unbestimmte abdriftende Melodien zu verlieren. Stelma, der Bassist begeistert das Publikum mit mitreißenden Slap-Einlagen, ansonsten jagt er die Skalen rauf und runter und bildet mit Rhythmusgitarrist Gordic - der, wie Stipanicev mit einem Augenzwinkern betont, vor einem Jahr noch Schlagzeuger war - die beschwingte rhythmische Basis des Quartetts.

 

Organisator Ralph Marzel verabschiedete das Ensemble dann auch als vermutlich «besten Act vom ganzen Festival“ und auch das Publikum hätte wohl gern noch ein paar Zugaben mehr gehört, doch Stipanicev und Kollegen hatten es eilig, ihren Zug zu erwischen. Mitveranstalterin und «Burgherrin“ Rotraud von Stromer-Baumbauer äußerte sich erfreut über das im Vergleich zu letztem Jahr «wesentlich bessere“ Zuschauerinteresse - in Grünsberg zählte von Stromer-Baumbauer etwa 150 Gäste. Die Veranstalter hoffen, diesen positiven Trend fortsetzen zu können, damit das Festival auch im nächsten Jahr stattfinden kann.

 

Kilian Spandler

(Der Bote, 6.8.2007.)